Reisebericht

Aethiopien    28. April - 06.July 2017

 

  von       16`066 km  -  17`483  km                     Fahrrad:            1717 km

                                                                            Auto/Motorrad:    600 km

                                                                            Schiff:                    71 km     total  2328 km

 

Aethiopien II

 

Hinter Konso (in westlicher Richtung) beginnt das Land der verschiedenen Stämme vom südwestlichen Aethiopien. In der Lodge in Konso trifft man all die Touristen die Touren zu diesen Volksgruppen gebucht haben. Man fährt dann dorthin und „besucht“ ein Dorf, bestaunt die ganze Dorfbevölkerung, fotografiert wie wild , bezahlt und macht sich wieder davon da die Zeit drängt und man noch andere Stämme besuchen möchte. Dies kommt mir vor wie ein Besuch im Zoo und passt definitiv nicht zu meiner Einstellung. Wer sich für diese Volksgruppen interessiert, findet im Internet unzählige Artikel und Bilder.

 

Nach Konso fährt man noch einige Kilometer in den Bergen rauf und runter um dann plötzlich eine herrliche Sicht auf eine riesige Ebene zu haben die auf allen Seiten von Randgebirgen begrenzt wird. Vorher trifft man immer wieder auf einzeln stehend Gehöfte in typisch afrikanischem Stil.

 



 

Die Fahrt führte mich quer durch die Ebene und auf der anderen Seite wieder 1000 Höhenmeter aufwärts nach Keyafer. Hier beginnt das Omo-Valley und es geht immer abwärts nach Turmi dem Hauptort des Hamervolkes. Hier fand ich einen tollen Campingplatz „Under the Mango trees“ wo zwei Engländerinnen mit der Bevölkerung arbeiten – d.h. Unterricht geben und Aufklärung betreffend Hygiene etc. betreiben.

 

 

Bei meinen Einkäufen und Spaziergängen traf ich immer wieder auf Einheimische und konnte so auch von ihren Frisuren und Lederbekleidungen einige Aufnahmen machen.

 

 

 


 

Das Gebiet gleicht auch einem Sukkulentengarten mit Sancheverien, Euphorbien, Adenium und Aloen. Einfach wunderschön.

 



 

Nach Turmi radelte ich auf neuer Asphaltstrasse nach Omorate. Es ging ständig abwärts und plötzlich befand man sich in der warmen Tiefebene des Omoflusstales. Hier traf man auf einen interessanten Akazienwald mit Termitenhügeln, deren „Kamin“ meist über das Akaziendach herausragte. Die hier lebende Volksgruppe baut runde Laubhütten als Behausung.

 


 

Omorate ist ein Städtchen am Omofluss mit einer neuen Brücke über die die Strasse an die 30 km entfernte Grenze führt. Die Strasse führte durch die Schwemmebene des Omoflusses und es wurde immer heisser und die Gegend glich wieder mehr dem sudanesischen Süden. Auf der rechten Strassenseite ist die Grenze zum Südsudan kaum einen Steinwurf entfernt – aber niemand weiss es so genau und so gibts hier immer wieder Grenzstreitigkeiten zwischen Aethiopien, Kenia und Südsudan.

 

 

 

 

Nach dem schäbigen Zollgebäude von Aethiopien bekam ich einen Blick ins Niemandsland. Die Auskunft des Zollbeamten „Immer den weissen Steinen nach und sie erreichen Kenia“ tönte wenig vertrauenserweckend und man hatte den Eindruck, dass dieser noch nie dort gewesen sei.