Reisebericht

Griechenland        09.September – 04.Oktober 2016

 von 12 158 km - 12 965 km      total 807 km

 

 

 

 

Nach der bulgarischen Grenzstation radelte ich zuerst durch einen dunklen Tunnel um danach zu der griechischen Grenzkontrolle zu gelangen. Nach kurzer Diskussion über wohin und warum durfte ich auf einer breiten Strasse mit Radstreifen in Richtung Kavala radeln. Entlang der Strasse fand ich immer wieder diese kleinen, nachgebildeten orthodoxen Kirchlein – sind das Wohl „Gedenkzeichen“ von verunfallten Automobilsten? Da ich in Bulgarien erst kurz vor Mittag weg fuhr und ich auch vom Regen noch aufgehalten wurde, musste ich kurz vor dem Einnachten noch vor Granitis mein Zelt aufbauen.

 

 

Am Morgen schaute dann Dimitri interessiert wie der Nebel aus dem Tale hochstieg. Wir hatten heute eine einfache zügige Fahrt da es ja meistens bergab ging und so kamen wir schon bald in die Nähe von Kavala am blauen Mittelmeer. Beinahe Kilometer 60 und ich sehen am Strassenrand ein Schild das verkündete Hotel Lydia mit Schlammbad und Campingplatz und nur noch drei Kilometer. Dies wollte ich mir nicht entgehen lassen und so ein Schlammbad mal ausprobieren. Zuerst musste man sich ärztlich untersuchen lassen und das kam mir sehr gelegen, da ich schon lange meinen Blutdruck messen wollte.

 


 

Nach dieser schönen Erfahrung mit dem Schlammbad nahm ich die Strecke nach Kavala frisch gestärkt und belebt unter die Räder. Bald sah ich die Stadt vor mir und dahinter im Dunst die Insel Thasos. Die Burg und der Hafen boten ein sehr malerisches Bild.

 

 

 


 

 

Noch am späten Nachmittag fuhr ich der nördlichen Aegäisküste entlang in Richtung Thessaloniki. Die ganze Gegend erstrahlte in den griechischen Farben Blau und Weiss. Alles sah aus wie gemalt. Wunderschöne, um diese Jahreszeit menschenleere Sandstrände und freundlich, farbenfrohe Städtchen zieren diese Küste. Die Strände laden zum baden und faulenzen und auch ein feines Picknick darf nicht fehlen.

 

 



 

Auf der Landseite des Küstensträsschens hingen die Reben voller goldenen, zuckersüssen Trauben. Rebberge, Mandelhaine und Olivenkulturen lösten einander ab und schon bald war ich beim Löwen von Amphipolis, welcher den Eingang zur Landenge über die Halbinsel Chalkidiki bildete.

 



 

 

Diese Landenge, mit den beiden Seen ist eine wunderschöne Landschaft und beherbergt verschiedene Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Versteinerungen von Nimfopetra. Am Morgen bekam ich auch einen wunderbaren Sonnenaufgang zu sehen. Blutrot stieg die Sonne über dem See auf und verschwand dann wieder kurz hinter einer Nebelwand. Bevor man aber die Stadt Tessaloniki erreichte musste ich noch einen kleinen Pass überqueren. Dieser Pass ermöglichte einen schönen Blick über die Ebene ins Hinterland dieser Hafenstadt.

 



 

Zum Glück war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Ein Durchkommen in diesem Verkehrschaos war nicht einfach, aber mit einem Auto hätte ich wohl ein Vielfaches der Zeit gebraucht. Ansonsten war die Stadt aber sehr schön und mein Hotel lag ganz zentral beim Marktviertel und unweit des Hafens. Zuerst ein paar Eindrücke vom Markt mit Früchten, Fisch, Fleisch, Kleider und Blumen und auch der ehrwürdige Herr Pfarrer geht da einkaufen.

 

 

Das Stadtbild wird auch von den vielen Kiosken und den fliegenden Brothändlern bestimmt. Nicht zu vergessen die vielen pensionierten „Politiker“ mit ihren Palavern auf den schönsten Plätzen.

 

 

und nicht zuletzt noch einige Ansichten vom Weissen Turm von Thessaloniki, vom Hafen, Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten.

 

 

 




 

Raus, nur raus aus Thessaloniki war die Deviese. Zuerst musste ich aber noch etwas einkaufen und dabei entdeckte ich vor dem Supermarkt diese super getarnte Gottesanbeterin.

 



 

Nun suchte ich eine Strasse möglichst quer durch das Axiosdelta. Hier konnte ich die Natur richtig geniessen – leider hab ich mich am Abend etwas verfahren und musste eine Umweg fahren um wieder auf die Hauptstrasse zu gelangen. Eine ruhige Nacht genoss ich in einer grossen Apfelplantage und das hatte nur einen Nachteil: ich wurde früh um 07:00 Uhr von den Erntearbeiter geweckt. Kurz nach dem Frühstück radelte ich weiter nicht ohne aber die vom Bauer persönlich vorbei gebrachten Aepfel und Birnen ein zu packen. Gegen Mittag erreichte ich dann die idyllische Küste südlich des Deltas mit farbenfrohe Fischerdörfchen und vogelreiche Salinen.

 

 

 

 

Drei Tage lang verbrachte ich an dieser Küste und radelte dann am Götterberg Olymp vorbei um durch die Schlucht des Pinios nach Larisa zu gelangen.






 

Durch die grösste Schwemmebene von Griechenland radelte ich von Larisa aus über Tricca zu den Meteoraberge. Dieser Gebirgszug fällt sofort ins Auge und lässt einem staunen. Oben auf den Bergen und in den Höhlen an den Flanken, haben gläubige Menschen Klöster und Einsiedeleien gebaut.

 

 



 

Am nächsten Tag wanderte ich vom frühen Morgen bis am späten Nachmittag rund um diese Berge um die schönsten Klöster und die Natur zu geniessen.

 




 

Nach den Klöstern von Meteora überquerte ich das nördliche Pindusgebirge. Hier leben noch Bären und Wölfe und die Natur ist fabelhaft. Der höchste Pass war etwas über 2000 Meter hoch und kratzte gerade die Baumgrenze. Oft war es regnerisch und vor allem war es schon richtig kalt und ich war froh, dass mit dem Anblick vom Sees von Ioannina das Auf und Ab endlich ein Ende fand.

 

 

 



 

Der See von Ioannina ist nach neueren genetischen Studie ein alter See mit einer ganz eigenen Fauna und Flora. Die Algenblüte die hier zu sehen ist ergibt eine ganz eigenartige Stimmung.

 

 

 

 

Gegen Abend erreichte ich die Hafenstadt Igumenitsa und nach einem Bade im Meer, einem wunderbaren Risotto mit Meeresfrüchten kam auch schon die Fähre nach Ancona in Italien.

 

 

 

 

Von Ioannina konnte ich ja nicht der Autobahn entlang fahren. Ich musst mit dem Fahrrad durch die Berge unweit der albanischen Grenze fahren. Somit waren wieder einige wenige Tage radeln im Gebirge angesagt. Eine wunderschöne Landschaft belohnte für diese Anstrengung und schon bald ging es ja nur noch abwärts dem Meere zu und auch an der Flora bemerkte man wieder den mediteranen Typus