Reisebericht

Oesterreich   2       15.Mai - 26.Mai 2016

 

von   8071 km - 8465 km      total 394 km

 

 

Kurz nach der Schleuse von Jochenstein radelte ich also wieder auf österreichischem Territorium. Der Radweg führte flach dem Ufer entlang und nach wenigen Kilometern waren wir am Donauknie, wo wir mit der Fähre die Flussseite wechselten. Dieser Wechsel ans andere Ufer wurde durch schöne Blicke auf die ersten österreichischen Burgen und Klöster entlang der Donau belohnt.

 


 

Eine abwechslungsreiche Fahrt durch Buchenwälder und immer entlang der Donau und bald war ich in Linz. Vorher wechselten wir aber mit der nächsten Fähre, bei Ottensheim erneut die Seite und somit fuhren wir an der Innenstadt von Linz vorbei. Leider war dies die „falsche“ Seite, da Astrid, Annina und Emma auf einem Camping auf der rechten Flussseite warteten. So kam es, dass ich halt einen kleinen Umweg fahren musste. Die Fähre in Ottensheim war übriges die erste Fähre mit Seil, die nur mit der Wasserkraft des Flusses angetrieben wird, genauso wie ich es vom „Fährima“ in Basel kannte.

 


 

Am nächsten Tag besuchten wir das Städtchen und Stift St. Florian. Die wunderbare Anlage zeugten von der Lebenslust der Mönche und der Geistlichkeit.

 


 

Der Donauradweg in Oesterreich verläuft sehr oft auf den sogenannten Treppelwegen. Diese verlaufen unmittelbar am Ufer und dienten früher den Pferden die Schiffe die Donau hoch zu ziehen.

 

 

Die Donau fliesst hier durch eine herrliche Landschaft und man sieht einen interessanten Kontrast: unten die Donau mit ihrem Schiffsverkehr, in der Mitte die alles überblickenden Burgen und zuoberst die einsamen Bauernhöfe. Hier in Willersbach traf ich die beiden Radlerinnen Constanze und Annelie sowie eine Gruppe Liebhaber von Traktoren-Oldtimern aus dem Burgenland. Mit den beiden Mädchen lernte ich noch einige neuen Kartenspiele bevor wir schlafen gingen. Man hat als allein fahrende Radler oft schöne Begegnungen.

 


 

Die nächsten königlichen Prunkbauten findet man wenige Kilometer donauabwärts in der Stadt Ybbs und von da ist es nur noch ein Katzensprung zum Stift und Kloster Melk.

 


 

Melk ist zugleich das Eintrittstor zur Wachau wo man vor lauter Marillenbäume (Aprikosen) die Bauernhäuser fast nicht mehr sieht. Bald werden aber die Aprikosenbäume von den Weingärten verdrängt. Im Weinbaudorf Spitz liess ich es mir dann nicht nehmen in einem Heurigenlokal zu nächtigen und einen schönen Abend bei Jause und Trank zu geniessen. Einige Burgen und Dörfer weiter und man lässt die Wachau hinter sich und fährt in Wien ein. Bevor ich den ziemlich östlich liegenden Campingplatz an der Donau erreichte musste ich aber noch durch eintönige Industrieviertel der unendlich langen Donauinsel entlang radeln.


 

Von diesem Camping aus haben wir (ich hab da Astrid wieder getroffen) die Stadt während ein paar Tagen besichtigt. Der öffentliche Verkehr ist in Wien gut ausgebaut und mit der Untergrundbahn ist man schnell in allen Winkeln der Stadt. Wie, wohl bei den meisten Touristen, machte auch bei uns der Stephansdom den Anfang der Besichtigung. Ein riesiger Dom, eingequetscht in die Altstadt von Wien, in Dauerrenovation, mit einem gigantischen Inneren und gewaltigem Altar. Aussen überzeugten kleine Details wie diese Wasserspeier, die obwohl der Zahn der Zeit, respektive die sauren Niederschläge daran nagen, auf die reiche Fantasie der Steinmetze hindeuten. Mindestens einer der Steinmetze war sicher mit einer sehr resoluten Hausfrau gesegnet. Natürlich darf auch ein weiteres Wahrzeichen von Wien nicht fehlen: die Fiaker.

 


 

Einige weitere prunkvolle Bauten genehmigen wir uns jetzt auf einer virtuellen Fiakerfahrt durch Wien. Dies gibt dies einen kleinen Ueberblick über diese alte Kaiserstadt. Liebhaber von Kulturstädten, sollten aber unbedingt eine Stadt wie Wien selber mal besuchen.

 


 

Am letzten Tag fuhren wir auf den „Ausssichtsberg“ von Wien, den Kahlenberg. Von diesem, westlich von Wien gelegenen Hügel, hat man einen herrlichen Blick über die Donaustadt und man kann die Anlage von Hundertwasser und die weltweit ersten Arbeitersiedlungen am Stadtrand von Wien überblicken.

 


 

Natürlich darf auch kein Wienbesuch enden, ohne dass man ein Heurigenlokal besucht hat. Auch wir haben die deftige Kost und die mundigen Weine an diesem Abend in einem Vorort von Wien noch genossen und danach noch etwas Kultur; nämlich einen Besuch des Kabarets von einem Schweizer mit Namen Haller (welcher mit meinem Sohn zur Schule ging) und das war vom Feinsten.

 

 

Abgeschlossen haben wir diese Vollmondnacht noch mit einen Abendbummel durch die Wiener Altstadt und die Schlussfrage sei gestellt: welche Kugel ist der Vollmond?

 

 

 


 

 

So gingen ein paar wunderschöne Tage in einer Grossstadt zu Ende. Ich hab es genossen, obwohl ich Grossstädte eher meide, da ich weit weg von einem Menschen mit urbaner Phsyche bin.

 

Nachdem ich Wien verlassen habe, konnte ich mich in der wunderschönen Auenlandschaft donauabwärts richtig schön vom urbanen, hektischen Leben erholen. Im Naturschutzzentrum der Donauauen, im Schloss Orth an der Donau gab es gute Informationen über das Gebiet. In den stillen Nebenarmen der Donau sah ich unglaublich viele Sumpfschildkröten und auch die Vogelwelt war artenreich und immer mehr südliche Arten kamen dazu. Die Wahrzeichen von Bad Deutsch-Altenburg, die Kirche über dem Steinbruch, sowie das alte Römerbad sah man schon von der ewig langen Donaubrücke aus. Nachdem ich in Petronell-Carnuntum übernachtet hatte, lockte ein frisches Bier in Hainburg, nicht aber bevor ich das berühmte Türkentor und die alles überblickende Burg besichtigt hatte.

 

 

 

 

 

Danach ging es mit strammem Tritt über die Felder in Richtung Slovakei. Die Hauptstadt der Slowakei sah man schon von weitem.