Reisebericht

Oesterreich  3         26.Mai - 02.Mai 2016

  von  8`478  km  -  8`695 km     total 217 km

 

 

Nachdem ich Bratislava verlassen hatten, waren wir schon bald wieder an der Grenze zu Österreich und auf dem Jubiläumsradweg an den Neusiedlersee. Es ging meistens flach und anspruchslos über die Weiten des Burgenlandes. Bald einmal entdeckte ich einen supergrossen Hochsitz, so dachte ich wenigstens. Aber als ich näher kam, entpuppte sich dieser Hochsitz als Beobachtungsturm für Grosstrappen .Ich befand mich plötzlich im Gebiet wo diese majestätischen Vögel noch vorkommen. Der Turm wurde eben gerade in den letzten Tagen gebaut und am folgenden Tag sollte die Einweihung durch „Birdlife“ stattfinden. Welch ein Glücksfall für mich, es fehlten nur noch die Grosstrappen. Ich hatte das Fernrohr aufgestellt und sprach mit einem Vater der seinen Jungen diesen neuen Turm zeigen wollte. Plötzlich entdeckte ich vier Grosstrappen und konnte diese den Leuten zeigen. Bald waren noch andere Personen da und wollten die Tiere sehen. Wir kamen alle ins Gespräch und auf die Frage, wo ich denn übernachten werde, antwortete ich, da unten ist doch das Gras kurz geschnitten und morgen kann ich gleich wieder auf den Turm. Adriana erwiderte, dass ich wohl bei ihr und ihrem Mann Florin nächtigen könne, aber ich müsste vor acht Uhr das Haus wieder verlassen, da sie in Wien arbeiten müssten. Ich nahm diese Einladung gerne an und wir fuhren gemeinsam in ihr Heim. Die Nachbarfamilie war auch schon da und es gab, da der Nachbar noch arbeitete, gleich in der Werkstatt ein schönes Fest. Da die Nachbarin gerade für viele Leute gekocht hatte (es war ein kirchliches Fest) kam ich zu einem nicht enden wollenden Schmaus. Danke Euch allen. Pama wäre auch ohne Grosstrappen einen Abstecher wert.

 


 

Am nächsten Tag also wie gesagt noch mal auf den Turm und dann weiter an den See. Ich fuhr entlang dem Nordufer und nächtigte auf dem Camping Breitengrund. Ein wunderschönes, naturnahes Gebiet, das eben besonders auffiel, nachdem ich vorher unzählige Gebiete mit Windanlagen durchfahren hatte. Hier ist der Schilfsaum etwa 3 km breit und man blickt vom Beobachtungsturm über weite Schilffelder zu den Hügeln mit ihren schmucken Dörfern und Weinbergen.

 

 

Hier konnte ich mir richtig Zeit nehmen und die Natur der Schilfwälder beobachten. Bald entdeckte ich auch diese Rauchschwalbe, die seltsam auf einem Ast sass/lag und so in der „Hamolstellung“ die Sonne genoss. Ein richtiges Feriengebiet - auch für die Vögel. Ich meinerseits genoss diese Umgebung ebenfalls und so dauerte es eine Ewigkeit, bis ich durch die schmucken Strassendörfer radelnd endlich in der Storchenstadt Rust ankam. Weitere Verzögerung wurde durch die vielen Heurigenwirtschaften bewirkt. Der Mensch muss ja auch mal essen und den mundigen Wein geniessen.

 


 

In Rust war dann auch Endstation, da ich die letzte Fähre nach Podersdorf verpasste.

 

 

 



 

Am nächsten Morgen überquerte ich dann, in einer 2 stündigen Fahrt, den flachen, braungrauen Neusiedlersee. Da ich nach Afrika wolle, so erklärte mir der Fahrdienstleiter, sei die Ueberfahrt für mich gratis. Herzlichen Dank. In Rust verabschiedet wurden wir von einer Graugansfamilie und begleitet von Lachmöwen. Die Ankunft dann beim Leuchtfeuer von Podersdorf erinnerte mich an Fährankünften in grossen Meereshäfen – einfach in Bonsaiformat.

 


 

In Podersdorf traf ich mich wieder mit Astrid und von hier aus erkundete ich in einer Tagestour den Seewinkel und die Langen Lacken. Beides sind ornithologisch sehr interessante Gebiete. Diese Gegend ist ein wichtiges Brutgebiet der Graugänse und anderer in Feuchtwiesen brütenden Vögel in Europa.

 


 

Nach drei Tagen machte ich aber wieder die Strasse unsicher und wollte nach Ungarn fahren. Noch schnell die Wallfahrtskirche von Frauenkirch besuchen (kann ja nicht schaden) und dann über Halbtturn, einem Bauerndorf mit typischen Trocknungsbehältern für Maiskolben vor den Bauerhäuser und nach wenigen Kilometern stand ich an der ungarische Grenze.