Reiseberichte

Allerletzte Vorbereitung: Die Fahrt ans Nordkap - Mai 2015

Es war eine sehr gute Idee von Astrid, mich mit einem Camper ans Nordkap zu fahren. Nach der Hektik der letzten Tage wurde dies zu einer erholsamen Fahrt durch Deutschland und Dänemark nach Südschweden.

 

Am ersten Tag fuhren wir bis zu einem Autohof in der Nähe von Giessen. Dank der super Backuparbeit unseres Webmaster bekamen wir die Adresse von meinem ehemaligen Doktorvater, welcher hier an der Uni Kassel lehrte, und konnten ihn und seine Frau anderntags in Witzingen besuchen. Am Abend übernachteten wir dann in Walsrode (unweit von Celle), um am nächsten Tag nach einer Stippvisite von Lübeck in Grömitz an der Ostsee zu übernachten. Von hier aus war es nicht mehr weit bis Puttgarden, vo wo wir die Fähre nach Dänemark nahmen. Dänemark durchfuhren wir in wenigen Stunden, um dann über die neue Oeresundbrücke nach Malmö zu fahren. Die Überfahrt bei stürmischem Wetter verlangte unserem alten Campervan einiges ab und wurde durch einige Windstösse fast aus seiner Bahn geworfen.

 

Am nächsten Tag präsentierte sich die Brücke, von unserem Campingplatz aus betrachtet, in schönstem Sonnenschein.

Durch das landwirtschaftlich geprägte Südschweden ging’s dann nordwärts nach Oerebro, dann nach Bollnäass und nach Härnösand. Zwischen Bollnäss und Härnösand traf man immer wieder auf Zeugen der Religiosität der Schweden.


Ein kleiner Abstecher nach Sundsvall, bevor wir bei einem Schweizer aus Wädenswil in Härnösand ankamen.


Von Härnösand aus fuhren wir Schwedens Ostküste entlang nach Rundvik mit einem wunderschönen Sandstrand. Hier sah es aus wie an einem Badestrand in Costa Rica - mit dem Unterschied Kiefern statt Palmen.

Hier fühlte sich der Strandhund Dimitri hundewohl. Am nächsten Morgen ging’s dann weiter nordwärts Richtung Lulea. Vorher aber noch eine Übernachtung an einem weiteren tollen Strand. Da wurde uns morgens um zwei ein kleiner Vorgeschmack auf die Mitternachtssonne präsentiert.


Der Kleine Abstecher nach der alten Kirchstadt von Lulea war Astrids Idee.

Und schon bald ging’s weiter zum ARCTIC CIRCLE.

Anschliessend nach Jokkmokk, wo es auf unserem Campingplatz noch VIELE Schneereste hatte und die Seen zugefroren waren.


Nach einer relativ kühlen Nacht (Astrid will immer noch Gas sparen) ging’s über das Fjell mit seiner immer noch geschlossenen Schneedecke weiter nach Vittangi unserer letzten Station vor der Durchquerung des finnischen Zipfels. Nota Bene bei schönstem Sonnenschein.

In Vittangi, mit dem idyllisch gelegenen Zeltplatz, trafen wir unseren ersten Radfahrer James Harvey, welcher gerade vor sechs Tagen am Nordkap war.

Über die beiden Grenzen bei Karesuando und Kivilompolo, wo ich wieder ausgestiegen bin um Dimitris Pass zu zeigen, nach Norwegen. Auch hier war das Passanschauen mehr ein unverständliches Blättern in einem Büchlein von dem man sowieso nichts versteht, ohne dass die wichtige Daten angeschaut worden wären. Nun ging’s weiter nach Kautokeino einer Lappenstadt in Norwegen. Eine schöne Überraschung am Morgen: Schneesturm, mit mind  3cm Schnee auf unserer Einstiegstreppe.

Trotz Schnee und später Regen, fuhren wir weiter  nach Karasjok und auf den nächsten Campingplatz vor Lakselv in Skoganvarri. Hier trafen wir unseren ersten Rudolf das Rentier.

Von hier aus ging’s dann über Lakselv über die nördliche Route nach Tana. Der ca. 450 Meter hohe Pass zeigte sich von seiner schlechtesten Seite. Die Schneeverwehungen mussten immer wieder geräumt werden, aber es war glücklicherweise nicht so schlimm, dass wir hätten umkehren müssen. An dieser sturmgepeitschten Küste trocknet man die Fische draussen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen wie das in dieser feuchten Umgebung gehen soll - aber es funktioniert.

Die nächste Station war Tanabru - was soviel heisst wie Brücke über den Tanafluss.

Und schon bald waren wir an unserem (meinem) Ziel zum Vögel beobachten; dem Varangerfjord. Für Ornithologen möchte ich hiermit auf die Webseite meines Travelblogs verweisen, welcher nur ornithologisches Listen und Pics enthält und den normalen Leser wohl eher langweilt: http://www.travelpod.com/members/alfred.huber

Aber die Kirche Nesseby ist es allemal wert erwähnt zu werden. 

Kleine Fischerhäfen:

Tundra & Meer:


Bei unserem Besuch in Vardoe war gerade der Nationaltag der Norweger und da sah man in allen grösseren und kleineren Orten farbenfrohe Umzüge mit fröhlichen Menschen mit ebenso farbigen Kostümen.


Auf der Insel Vardoe sind mir sofort die vielen Dreizehenmöwen aufgefallen. Sie nesten hier an vielen Gebäuden in der Nähe des Hafens und sie werden von den Leuten hier geduldet. Ja man bietet ihnen sogar Nisthilfen in der Form kleiner Bretter an, die die Möwen dann für ihren Nestbau benutzen.


Auch südlich des Varangerfjordes hats schöne Fischerorte und die Kirche von Neiden ist sehenswert.


Wo sind wir jetzt? In Kirkenes, dem Ende der Hurtigruten und nur 5km von der russischen Grenze entfernt. Da ist alles schon auf russisch angeschrieben - auch der Supermarkt.

 

Am nächsten Tag hatten wir eine kurze Fahrt zum Flughafen von Kirkenes wo strammen Schrittes unsere Freundin Barbara eintraf.

 

Barbara fährt nach dem Besuch am Nordkap dann mit Astrid duch Finnland nach Stockholm wo sie dann von Annina und unserer Enkelin Emma erwartet werden. Zuerst aber ging’s zurück nach Karasjok, wo in einem architektonisch höchst interessanten Gebäude gerade das Samiparlament tagte.

Von hier aus ging es dann zügig nach Honningsvag und ans Nordkap, wo am nächsten Tag das grosse Abenteuer  seinen Anfang nehmen soll.