Reisebericht

Tansania    19.November  bis   09.Dezember 2017

 

von   19`436 km   -   19`914 km       total 478 km     plus ca 600 km mit der Fähre MS Liemba

   

 

Nachdem wir die Prozeduren am Zoll von Tansania hinter uns hatten radelten wir auf der Hauptstrasse Dar es Salam – Kigali – Rep.Kongo weiter in Richtung Süden. Es war nicht die beste Strasse aber die vielen „Potholes“ bewirkten, dass die Lastwagen langsam fahren mussten, wodurch das Radeln angenehmer wurde. Hier fuhr man durch die Ausläufer des hügeligen Ruandas aber die Abfahrten waren zum Glück immer etwas länger als die Aufstiege.

 


Bis Nyakanazi war die Strasse geteert, da es die Hauptverbindungsstrasse Ruanda - Dar Es Salam war. Nach der Abzweigung nach Kigoma gab es nur noch eine sehr schlechte Naturstrasse, die zudem durch Baustellen immer wieder noch schlechtere Umleitungen aufwies und erst einige Kilometer vor Kigoma kam ich wieder in den Genuss einer Teerstrasse. Da es in dieser Zeit oft regnete war die Strasse aufgeweicht oder zeitweise glatt wie auf Eis.

 

Trotz dem mühsamen Vorwärtskommen mit dem Zweirad, ergaben sich hier schöne Einblicke ins tägliche Leben und Arbeit der ländlichen Bevölkerung; sei es auf ihrem Weg zur Feldarbeit, beim Wassertragen oder die feinen, farbigen Tücher die zum Trocknen an den Zäunen hingen.

 


Diese rote Lateriterde ist echt kleberig und auch Dimitris weisse Haare wurden ganz schön eingefärbt.

 

Auf weiten Strecken fuhr ich hier durch Wald und vernässte Ebenen wo die Termitenhügel wie riesige Pilze aussehen.


Da hier die Grenze zu Burundi, ein Land, welches ständig am Rande eines Bürgerkrieges ist, nur wenige Kilometer entfernt ist, hat es hier einige Camps für Flüchtlinge. Von diesen Anzeigetafeln bekommt man einen Eindruck wie viele Länder und NGO`s hier in die Soforthilfe involviert sind.

 

 

Nach mehr als 300 km erreichte ich endlich den Tanganyikasee. Ein wunderschön blauer See mit klarem Wasser. Diesem See ist das grösste Süsswasseraquarium der Welt mit mehr als 280 verschiedenen Fischarten.

 

Nun war ich also in Kigoma einer kleinen Hafenstadt von wo aus ich mit dem Schiff nach Sambia fahren wollte. Es wurde mir gesagt, dass die alte MS Liemba immer am Mittwoch fahren würde. Dies stellte sich aber als falsch heraus, da sie nur jeden 2. Mittwoch fährt – wenn überhaupt. Ich hatte aber das Glück, dass sie in der nächsten Woche fahren werde und so bekam ich die Möglichkeit die Umgebung und die Stadt Kigoma etwas näher kennen zu lernen. Diese ehemals deutsche Stadt am westlichen Ende der Eisenbahnlinie von Dar es Salam an den Tanganyikasee. Mit dem See und seinen Fischern, dem alten Bahnhof und dem alten Hafen sowie den Nachbarhafen, wo der lokale Schiffsverkehr abgewickelt wird.

 

 


Hier kam die MS Goetzen in 5000 Kisten verpackt an.

 


Jetzt heisst das Schiff MS Liemba und liegt hier im Hafen von Kigoma.

 


Daneben gibts den Hafen für den lokalen Waren- und Personenverkehr und den Anlegeort für die kleinen Fischerboote

 

 


Der Mittwoch kam und voller Vorfreude checkte ich am frühen Vormittag auf der Liemba ein. Um 11:00 Uhr sollte gemäss «Fahrplan» die Abfahrt sein. Aber wir sind ja in Afrika: 1, 2, 3 Stunden Verspätung sind da normal. Um 17:00 gabs dann so einige Verdachtsmomente, dass wir heute wohl nicht mehr auslaufen werden. Etwas später kam dann der Kapitän um uns zu erklären, dass der Tanklastwagen mit dem Diesel für die Liemba steckengeblieben ist und wohl erst am Morgen getankt werden könne und wir sollen doch das Schiff verlassen und wieder in ein Hotel ziehen da hier auf militärischem Gelände nicht übernachtet werden könne. Es ist hier halt so, dass der Diesel erst bestellt werden kann, wenn die Tickets verkauft sind (Montag). Der Tanklastwagen hat dann anderthalb bis zwei Tage nach Kigoma und in der Regenzeit kanns dann halt passieren, dass er noch etwas länger hat. Das bringt hier aber niemanden aus der Ruhe und nur die Europäer die einen Fahrplan im Kopfe haben werden etwas nervös und beunruhigt. Am Donnerstag, kurz nach Mittag lief dann die Liemba aus.

 


Ein letzter Blick zurück nach Kigoma und so «stampfte» das alte Schiff in Richtung Sambia.

 

 

Wo sollen nur all diese geladenen Güter hin? Immer noch wird aufgeladen. Zu den vielen Waren kommen noch über 500 Passagiere – es herrscht ein riesen Chaos. Wer überwacht das Ganze? An siebzehn Orten wird angehalten, aber nur in drei Häfen wird angelegt. Wie dieses Problem auf afrikanisch gelöst wird zeigen die nächsten Bilder.

 


Entlang der abwechslungsreichen Küste erreichten wir am dritten Tag Kasanga, das letzte Städtchen vor der Grenze zu Sambia. Das Wahrzeichen von Kasanga sind die Ueberreste der alten Bismarckburg.

 

Kurz danach  kam die Grenze zu Sambia und das Abenteuer Tansania zusammen mit der alten Dame Liemba hatte ein Ende.