Reisebericht

Uganda  1       06.September  bis   10.November 2017

von 18`411 km  -  19`141 km          total 730km                 Auto ca 3000 km

   

 

 

Die Einreise nach Uganda verlief , als ich das Ausreiseproblem mit Kenia gelöst und Dimitri sein neues kenianisches Gesundheitszeugnis ausgestellt bekommen hatte, problemlos. Es fiel einem nach kurzer Zeit auf, dass die Strassenränder und die Hausplätze um einiges gepflegter waren wie im Nachbarstaat Kenia. Die Strasse von Tororo nach Jinja hatte keinen übermässigen Verkehr und war mit dem Seitenstreifen, für Fussgänger Fahrrad und Motorradfahrer, relativ sicher. Dadurch, dass die zu durchquerenden Papyrusssümpfe sich mit den auf Hügeln gelegenen Ortschaften abwechselten, kam es zu einem lästigen auf und ab. Trotzdem erreichte ich am vierten Tag die Touristenstadt Jinja. Jinga liegt am Ausfluss des Viktoria-Nils was die Ugander als die Quelle des Nils betrachten.

 


 

Am Abend in Jinja angekommen, wählte ich das Brisk Hotel Triangle. Ich konnte mit Dimitri einchecken (habe zu Beginn gefragt, ob Hunde erlaubt seien) und eine halbe Stunde später kam der Manager und sagte mir, dass Hunde nicht erlaubt seien. Guter Rat teuer, aber ich hatte ja die Telefonnummer von Helmut Büttner (durch die Familie Godenzi in Schaffhausen) und hab ihm telefoniert. 10 Min. später stand er vor dem Hotel, wir luden alles in seinen Landrover und er fuhr mit mir zum Jinja Base Camp – der besten Unterkunft in Jinja für einen Fahrradfahrer mit Hund!

 

 

Helmut betreibt in Jinja ein Büro welches Safaris vor allem in Uganda organisiert. Nach einigen Tagen im Base Camp fragte ich ihn ob er eine Möglichkeit kenne, wo mein Hund während einer evt. Birdsafari betreut werden könnte. Spontan erklärte er sich bereit, dass Dimitri bei ihm und seiner Ehefrau Cathrine bleiben könne. Die beiden hatten ja auch einen schon etwas älteren, von Gelekproblemen geplagten Rottweiler und die beiden Hunde verstanden sich relativ gut. Das war natürlich ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte. Ich wusste ja auch wie schwierig es ist und sein wird mit dem Hund nur schon in die Nähe der National-Parks zu gelangen. So kam es, dass er für mich eine auf Ornithologie ausgerichtete Safari mit dem Orniguide Ibrahim zusammen stellte.

 


 

Diese Tour führte zuerst nach Norden ins Ziwa Rhino Sanctuary und in die gleich daneben liegenden Sümpfe mit einem Hauptvorkommen des Schuhschnabels in Uganda.

 


 

Anschliessend fuhren wir in den wildreichen Murchison Falls NP wo wir grosse Herden des ugandischen Nationaltieres, dem Uganda Kob, Oribis und Hartebeast zusammen mit Giraffen, Büffeln und Elefanten beobachten konnten.

 


 

Ein interessanter Teil in diesem Park war die Bootsfahrt zu den Murchison Fällen wo man unterwegs auch tolle Beobachtungen machen konnte. Die Fälle selbst sind nicht sehr hoch aber der ganze breite Nil zwängt sich hier, mit einem enormen Getöse, durch eine vielleicht 15m breite Schlucht.

 



Am Lake Albert vorbei erreichten wir anschliessend den Queen Elisabeth NP. Mitten im Park überquerte ich zum erstenmal den Aequator auf meiner Fahrradtour.

Dieser Park schien mir nicht so wildreicher Park wie der Murchison Fall NP, aber vielleicht lag das auch am Wetter und unserer Suchen nach speziellen Vogelarten.


Im Queens, war ich auch auf einem Chimp-tracking um den Schimpansen einen Besuch abzustatten (bei heftigem Regen) und auf der Bootstour entlang dem Kazinga-Kanal. Interessant war auch der südliche Teil des Parks, mit den berühmten auf die Bäume kletternden Löwen..


 

Die Bigodi Swamps und der Semliki NP waren vor allem der Ornithologie gewidmet. Auch hier übernachteten wir in ansprechenden aber nicht zu teuren Lodges. Beide Parks liegen am Fusse des höchsten Ugandischen Berges dem 6000 m hohen Ruwenzori.

 


 

Als letzte Stationen fuhren wir über Biwindi und den Lake Nburo NP zurück nach Jinja. Bei diese ganzen Reise stand die Vogelwelt im Vordergrund und wir stiegen an jedem, irgend eine Beobachtung versprechenden Ort aus, um dort zu verweilen und zu beobachten

 


Während dieser Safari kündigte mein Sohn Matthias an, dass er auch noch 2 Wochen nach Uganda kommen werde. Wir planten somit noch eine neue Tour, da er ja auch etwas vom Land sehen wollte. Die ersten paar Tage verbrachten wir in Jinja und da spielten wir auch Golf. Cathrine sorgte dafür, dass wir professionelle Lehrmeister hatten.


 

Den ersten Teil dieser Safari ging in den ugandischen Teil des Virunga Nationalparkes. Zum Auftakt, besuchten wir den Lake Nburo NP wo wir noch das Fischerdorf besuchten. Auf dem Weg nach Kisoro fuhren wir dem Lake Bunyioyi entlang und kamen dann nach einer langen Anfart in die Vulkanberge der Virungas.

 



Dieser sehr eindrückliche Besuch bei den Gorillas war eines meiner besten Erlebnisse auf dieser Reise. Diese sanften, vorwiegend von Pflanzen lebende Riesen, sind unheimlich friedlich und man kommt sich mehr als Eindringling vor als wie ein Besucher.


 

Am nächsten Tag fuhren wir früh zurück nach Kampala wo wir einen RAV4 mieteten um als Selbstfahrer in den Norden zu gelangen Ziwa und Murchison Falls waren unsere ersten Ziele. Den Nordteil des Murchison Falls verliessen wir über die Karuma Falls.

Von Karuma fuhren wir direkt gegen Osten um über Lira und Soroti zum Mount Elgon zu gelangen. Bevor wir aber die Sippi Falls erreichten, machten wir noch einen Abstecher zu den Felsenmalereien von Nyero. Eine von diesen Malereien ist auch auf der 1000 Shilling Note Ugandas abgebildet.

 


 

Von Nyero war es ein Katzensprung zu den Sipi Falls.Wir quartierten uns dort in einer Lodge mit Sicht auf den grössten Wasserfall der Region und Blick in die weiten Ebenen nordwestlich des Mount Elgon.

 

 

 


 

Matthias machte hier eine Wanderung zu den anderen Fällen und auf eine Kaffeeplantagen.

 


 

Die Reise zurück war geprägt von vielen Naturstrassen und Asphaltstrassen mit „Pot Holes“ und nach einem weiteren Golfspiel flog Matthi auch schon wieder zurück in die Schweiz. Wir beide haben die gemeinsame Zeit genossen. Zwischenzeitlich meldete sich Fiona und auch sie wollte noch einen kurzen Besuch in Uganda machen.Ich musste, damit ich rechtzeitig in Entebbe war um Fiona zu treffen, möglichst bald weiterradeln. Ich entschloss mich, von Jinja nilabwärts zur Hairy Lemmon Insel zu fahren und dort noch ein paar Tage zu verweilen. Hairy Lemmon ist ein wahres Naturparadies welches leider im nächsten Jahr nicht mehr existieren wird, da der weiter flussabwärts gebaute Damm dieses Paradies überfluten wird.

 





 

Fahrrad und Gepäck wieder im Boot verstaut und schon wurde ich wieder an Land gebracht. Von da an ging es stramm pedalend gegen die ugandische Hauptstadt Kampala. Unterwegs fiel mir noch diese wenig Zuversicht ausstrahlende Arztpraxis auf.

 

 

Bei leichtem, aber doch unangenehmen Regen fuhr ich drei Tage später in Kampala ein. Ich versuchte wieder einmal die Website von WarmShower und sah dort ein „Angebot“ welches einige Tage vorher benutzt wurde. Ich telefonierte mehrmals bekam aber keinen Kontakt. Ich fuhr trotzdem in diese Richtung da unweit davon ein Gästehaus war. Bevor ich dort dann klingelte versuchte ich ein letztes mal zu telefonieren und es klappte. XXXXX sagte mir sie seien in 20 Minuten zu Hause und ich solle in der Nähe warten. Mein erster, erfolgreicher WarmShower-Versuch wurde dadurch zu einem Highlight in Kampala,

 

 

Aus Kampala raus radeln war wieder einmal eine gröbere Angelegenheit da ich zwei mal durch heftige Gewitter aufgehalten wurde und in dem Wahnsinnsverkehr mit Dimitri kaum ein Durchkommen war. Ich schaffte es nicht in einem Tag bis zum Oertchen Kasenyi wo die Anlegestelle für die Boote zur Nsazi Insel ist. Ich wollte aber auch noch das dazwischen liegende IBA Gebiet besuchen wollte. Leider fand ich dann aber doch keinen geeigneten Zugang und so hatte ich einen leichten Radeltag nach Kasenyi und genügend Zeit um Hafen und Boot zu finden. Essen und dem Treiben in diesem Hafen zuschauen war mein Zeitvertreib bis die Fähre endlich den Hafen verliess.

 


 

Am späten Nachmittag konnte ich dann endlich meine Habe aufs Boot laden lassen. Alles musste die ca 80 m durch fast hüfttiefes, bilharziaverseuchtes Wasser getragen werden um dann in die hochwandigen Boote eingeladen zu werden. Ich war wohl der Einzige der nicht getragen wurde da Dimitri immer in der Nähe war und ich besorgt war, dass er auch aufs Boot kam. Das alles kostete mich 10`000 Schilling wobei der Musunguzuschlag eingerechnet war.

 

Gegen Abend, Ankunft im Fischerdorf auf Nzazi Island. Vom Hafen war es dann vnicht weit zur Fishermen School. Ein paar Kinder zeigten mir den Weg zur Schule und so hatte ich am Ende gerade noch Zeit vor Einbruch der Nacht das Zelt im Schulhof auf zu bauen.


 

Ich blieb für ein paar Tage in der Schule und machte auch mit dem Vitzedirektor Alex einen Spaziergang durchs Dorf.

 



Bei diesem Rundgang sind mir so einige Probleme aufgefallen. Zum Beispiel sind die Handwaschgelegenheiten nach dem Besuch der Toiletten sehr rudimentär. Zwei, am frühen Morgen volle, aber schon nach kurzer Zeit leere Wasserkanistern war die einzige Handwaschgelegenheit. Da kam mir die Einrichtung in einem Camp von Turmi (Aethiopien) wieder in den Sinn, wo man ohne etwas mit den Händen zu berühren, eine einfache, aber effiziente Handwaschanlage hatte. Eine Anfrage bei der Entwicklungshelferin Lizzi in Turmi und ich hatte den Plan vom Tipy tab auf meinem Laptop. Nun wurde dies eine Tagesbeschäftigung für mich und am Schluss stand ein vernünftiges Tipi-tap vor der Toilette.



 

Auf dem Rundgang mit Alex trafen wir auch solche Verunreinigungen an und niemand kümmert sich darum. Ich meine, Umwelterziehung gehört dringend in den Schulstoff eingebaut, da ganz Afrika ein Riesenproblem mit der Plastikflut hat. Ich schlug Alex einen monatlichen Reinigungstag vor und er nahm das dankbar auf. Es mangle ihm aber an Werkzeug – dieses Problem werde sich aber mit einer Spende beheben lassen, meinte ich.

 


 

Der Schulhof selber ist peinlich sauber, wird er doch täglich von den Kindern gereinigt. Auch die Häuser und deren Vorplätze sind meistens sehr sauber aber über dem „Gartenzaun“ geht einem der Dreck nichts mehr an. Ich versuche mit ein paar Bildern die Schule vorzustellen und man bemerkt schnell einmal, dass da Schweizer am Werk sind und diese Schule unterstützen.

 



 

Die Schulleitung mit Direktor und seiner „rechten Hand“


 

Endlich noch ein paar Bilder mit vorwitzigen und/oder schüchternen Kindern.



 

In der letzten Nacht leuchteten die Fischer, die mit ihren Lampen die kleinen Fische anlocken sollen, wie zu meinem Abschied. Auf dem Rückweg begleiteten uns, zu Dimitris Freude noch zwei Ziegen und der nette Job, ein Forscher, der in dem der Schule angrenzenden Forschungslabor arbeitet um eine HIV Vaccine zu entwickeln. Diese Krankheit sei auf den Inseln im Viktoriasee das grösste Problem, da 80 – 90% der Erwachsenen HIV positiv seien, erklärte er mir. Zum Glück merkt man es der Bevölkerung nicht an und die heutigen Medikamente scheinen gut zu wirken. Es ist zu hoffen, dass bald eine Vaccine entwickelt wird und die Kinder der Fishermen School verschont werden.