Reisebericht

Ruanda     10.November  bis   19.November 2017

 

von 13`019 km - 13`314 km            total 295 km

 

   

 

 

Der Zoll in Ruanda ging schnell vonstatten und Fiona und ich wollten uns ohne Dimitri zu kontrollieren zu lassen, davon schleichen. Aber kaum waren wir auf den Fahrrädern kam ein Beamter und wollte Dimi ansehen und kontrollieren. Also wieder mal mindestens 30 Minuten warten war nun angesagt. Das Ausfüllen der Papiere (Gesundheitszeugnis) dauerte eine Weile – kostete aber diesmal nichts. Welch ein Wunder. Der Beamte war voller Bewunderung über die kompletten Papiere. Also konnten wir schon bald weiter radeln. Zu beginn hatten noch etwas Schonfrist aber bald bemerkten wir an den Steigungen, dass wir im Land der tausend Hügel radelten. Dazu kam etwas Regen dem wir aber geschickt auswichen indem wir in einem Restaurant je eine Portion Pommes verdruckten. Anschliessend fuhren wir weiter zu einer Lodge die eigentlich nicht an unserem Wege lag sondern an der Strasse in die Virungaberge. Hier trafen wir auf grosse Dörfer mit Refugees vom Kongo. Erstaunlich, was dieses Land an Flüchtlingen aufnimmt.

 


 

Das Hinterrad an Fionas Fahrrad versuchte ich immer wieder etwas zu korrigieren aber es verschlechterte sich zusehends und nach kurzer Zeit liess sich das Rad nicht mehr drehen. Etwa 20 km vor der Lodge am Lake Muhazi mussten wir für Fiona einen Taxi organisieren. Nach einigen Schwierigkeiten schickte uns die Leitung der Lodge ein geeignetes etwas altersschwaches Fahrzeug. Etwa zwei Stunden später und ziemlich verregnet erreichte auch ich das warme Häuschen der Lodge.

 

 

Auch am nächsten Morgen musste Fiona um nach Kigali zu gelangen wieder ein Taxi benutzen. Nach dem Frühstück machte ich mich auf zu meiner Solotour nach Kigali. Fiona gab mir einen grossen Vorsprung aber sie war trotzdem viel schneller an unserem Treffpunkt dem Milles Hill Hotel in Kigali. Dort wurden wir von Brian abgeholt und zusammen lief wir dann zu seinem Haus. Wir trafen also wieder mit der netten Holländischen ABCDE – Familie und dem Grossvater Frits zusammen. Oh ja: ABCDE steht für Anne, Brian, Cayli, Debra und Eysha.

 


 

Wir wurden hier überaus nett empfangen und bekamen auch hilfreiche Tips für unseren Besuch in der Stadt Kigali. Wir besuchten das Genozidmuseum , die Läden im muslimischen Stadtteil und am Schluss noch das moderne Zentrum mit den grossen Hotels und dem Shoppingcenter.

 

 


 

Der eindrücklichste Teil war aber der Besuch des Genozidmuseums. Ein grosser Teil ist dem Genozid (Tutsi/Hutus) in Ruanda gewidmet aber auch einige andere Schandtaten werden behandelt. Es stimmte uns sehr nachdenklich zu was für die Menschheit fähig ist und welche Mächte (Kirchen und verschiedene Staaten) da immer wieder ihre Hände schmutzig machen.

 


 

Am späten Nachmittag flog dann Fiona schon wieder zurück in die Schweiz. Brian besorgte ihr noch eine Box für ihr Fahrrad und organisierte ein Taxi zum Flughafen. Ich blieb noch einen Tag länger und verabschiedete mich dann schweren Herzens von dieser liebenswürdigen Familie. Brian begleitete mich noch mit seinem Bike zur Stadt himaus bis zum Flughafen. Herzlichen Dank der ganzen Familie.

 

 

 

Infolge dem rigorosen Verbot von vielen Plastikartikel und den überall gegenwärtigen Reinigunsequipen ist Ruanda das sauberste Land in Afrika. Es ist aber überaus dicht bevölkert und praktisch das ganze Land wird landwirtschaftlich genutzt. Es gibt kaum einen freien Fleck in diesem Land vom Talboden bis in die Höhen dieser tausend Hügel. Auf 26`000 Km2 drängen sich 13 Mio Menschen.

 


 

Mit dem Fahrrad hat man immer wieder neue Begegnungen mit den verschiedensten Menschen. Hier traf ich zum Beispiel auf zwei wandernde Italiener die noch 70 km nach Kigali vor sich hatten und auch diese Frauen mit ihren farbenfrohen Gewändern sind immer wieder eine Bereicherung für das Auge.

 


 

Durch Dörfern und entlang fruchtbaren Tälern wo meistens Reis angebaut wird radelte ich leicht abwärts gegen die Tansanische Grenze. Die Landschaft wurde flacher und und wärmer und bald sah man in die weite Flussebene des Grenzgebietes.


 

Kurz vor den Rusumo Falls übernachtete ich noch einmal in Ruanda um am nächsten Tag den Grenzfluss überquerend in Tansania anzukommen.